Dortmund: Ein erfolgreicher Strukturwandel
Noch heute lastet dem Ruhrgebiet das Image eines schmutzigen und wenig lebenswerten Industriegebietes an. Zwar ist die Metropolregion auch gegenwärtig noch ein wichtiger Standort für die Industrie, doch der Ruß aus der Zeit der Kohle ist vielerorts längst verschwunden. Die Städte entlang der Ruhr entwickeln sich zu modernen Dienstleistungszentren. Zahlreiche große Architekturprojekte haben das Gesicht der Städte grundlegend verändert. Dortmund ist eines der führenden Beispiele für den Wandel in der Region. Auf dem brachliegenden Gelände der ehemaligen Union Brauerei entsteht derzeit ein neues Stadtviertel.
Von der Industriestadt zum Technologiestandort
Im Jahr 2010 ist das Ruhrgebiet die Kulturhauptstadt Europas. Dabei präsentiert das drittgrößte Ballungszentrum Europas seinen erfolgreichen Wandel von einer Kohle- und Stahlregion zu einer lebendigen Kulturmetropole. Eines der Leuchtturmprojekte dieses Strukturwandels ist die Revitalisierung der Industriebrache der Union Brauerei. Auf dem Gelände in unmittelbarer Nähe des Stadtzentrums befindet sich auch das Dortmunder U – ein Wahrzeichen der Stadt. Gegenwärtig wird das ehemalige Gär- und Lagerhochhaus der alten Brauerei zu einem Zentrum der Kreativwirtschaft und Medienkunst umgebaut. Künftig wird das Gebäude Hochschulinstitute aus den Bereichen Kunst und Medien sowie den Bestand des bisherigen Museums am Ostwall beherbergen. Der Name des Gebäudes ist vom Firmenlogo der Union Brauerei abgeleitet: Auf seinem Dach befindet sich ein vierfaches, neun Meter hohes U.
In kaum einer anderen Stadt des Ruhrgebietes ist der Unterschied zwischen Ruf und Wirklichkeit so augenscheinlich wie in Dortmund: Zwar war die größte Stadt des Ruhrgebietes und achtgrößte Stadt Deutschlands in vergangenen Jahren eines der wichtigsten Standorte der Kohle- und Stahlindustrie sowie des Brauereigewerbes, inzwischen ist Dortmund jedoch einer der bedeutendsten Technologiezentren Europas mit hervorragenden Zukunftsaussichten. Die neuen Führungsindustrien der Stadt sind die Branchen Informationstechnologie, Mikrotechnik und Logistik. Bereits seit den 1980er Jahren fördert Dortmund den Strukturwandel der Stadt. Erste wichtige Maßnahmen waren die Gründung des TechnologieZentrumDortmund und dem dazugehörigen Technologiepark im Umfeld der Universität. Das Schweizer Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos bestätigt die Wachstumschancen der Stadt. In seiner Studie „Zukunftsatlas Branchen 2009“ belegt Dortmund Platz 23. Damit konnte sich die Ruhrmetropole unter den 413 Kreisen und kreisfreien Städten in Deutschland in der Spitzengruppe platzieren. Im Blickpunkt stand die Frage, welche Standorte künftig zu den stärksten Regionen Deutschlands zählen werden. Bereits in der Untersuchung aus dem Jahr 2004 bezeichnete Prognos die Stadt Dortmund als „stillen Star“. Auch das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) bescheinigt Dortmund einen rasanten Strukturwandel und eine hohe wirtschaftliche Dynamik. In der Studie nimmt Dortmund unter den 30 größten deutschen Städten den zehnten Platz ein und liegt damit deutlich vor allen anderen Städten der Ruhrregion.
Bedeutender Dienstleistungssektor
Der Maschinen- und Anlagenbau besitzt in Dortmund zwar noch immer eine große Tradition. Mittlerweile haben sich in Dortmund aber auch Unternehmen der Versicherungs- und Finanzwirtschaft angesiedelt. Ebenso stieg die Bedeutung Dortmunds als Einzelhandelsstandort. Der Westenhellweg in der Innenstadt gilt neben der Kaufingerstraße in München, der Zeil in Frankfurt am Main und der Schildergasse in Köln als eine der am häufigsten frequentierten Einkaufsstraßen Deutschlands. Inzwischen trägt der Dienstleistungssektor mit deutlich über 70 Prozent den größten Teil der Dortmunder Wirtschaftsleistung.
Die gute Entwicklung des Dienstleistungssektors spiegelt sich auch auf dem Immobilienmarkt der Stadt wieder. Der Immobilienmarkt in Dortmund hat sich in den vergangenen Jahren nachhaltig verändert. Die Nachfrage nach neuen Büroflächen entwickelt sich seit Jahren kontinuierlich. Allein in den vergangenen zehn Jahren wurden durchschnittlich rund 56.000 Quadratmeter Büroflächen pro Jahr neu vermietet. Aufgrund der weitreichenden Förderung zukunftsfähiger Wirtschaftsbereiche rechnen Experten auch in den kommenden Jahren mit einer hohen Nachfrage nach hochwertigen Büro- und Gewerbeimmobilien.