Regenerative Energien

Sonnenenergie als Zukunftsmarkt

Solarstrom wird in den kommenden Jahrzehnten an Bedeutung für den europäischen Elektrizitätsmarkt gewinnen. Das ist das Ergebnis einer gemeinsamen Untersuchung des Europäischen Photovoltaik-Industrieverbandes (EPIA) und des Beratungsunternehmens A.T. Kearney. Laut der Studie "2SET For 2020" decken Photovoltaikanlagen bis zum Jahr 2020 zwischen vier und sechs Prozent des europäischen Strombedarfs – bisher sind es weniger als ein Prozent.

Wegbereiter des Photovoltaikwachstums
Ohne entsprechende EU-Richtlinien zur Förderung Erneuerbarer Energien wäre der heutige Anteil der Solarenergie an der Energiegewinnung undenkbar. So wurde schon im Jahr 2001 die Basis für das künftige Wachstum des europäischen Photovoltaikmarktes geschaffen. Die EU-Richtlinie 2001/77EG legte das Ziel fest, den Anteil der Erneuerbaren Energien an der europäischen Stromproduktion innerhalb von zehn Jahren auf 22 Prozent zu erhöhen. 1997 trugen die Erneuerbaren Energien noch rund ein Drittel weniger zur Stromgewinnung bei. Zur Umsetzung dieser Richtlinie wurden individuelle Teilziele für jeden Mitgliedsstaat festgelegt. Für Deutschland bedeutete dies beispielsweise die Steigerung des Anteils auf ein Achtel der gesamten Stromproduktion bis zum Jahr 2010. Allerdings wurde der deutsche Zielwert mit einem Anteil von 14 Prozent schon vor zwei Jahren deutlich übertroffen.
Die Zukunft der nachhaltigen Energiegewinnung liegt in den Regenerativen Energien
Die Zukunft der nachhaltigen Energiegewinnung liegt in den Regenerativen Energien. Dabei steht vor allem die Solarenergie im Vordergrund.
Neue Zielsetzungen
Nach langen Verhandlungen einigte sich der Europäische Rat im vergangenen Jahr auf ein einheitliches Europäisches Klima- und Energiepaket. Die neue EU-Richtlinie 2009/28EG fordert einen deutlich höheren Anteil der erneuerbaren Energien an der Energiegewinnung. Nach der neuen Richtlinie muss bis 2020 ein Fünftel des europäischen Energiebedarfs mit Erneuerbaren Energien gedeckt werden. Bisher lag das Ziel bei zwölf Prozent bis zum Jahr 2010. Auch im Rahmen dieser Richtlinie hat jedes Mitgliedsland seinen eigenen Beitrag zur Zielerreichung zu leisten. So muss Italien innerhalb der nächsten elf Jahre mindestens 17 Prozent des Energiebedarfs aus Erneuerbaren Energien decken.

Freie Wahl der Mittel
Die Mittel zur Erreichung der EU-Klima- und Energieziele kann jedes Mitgliedsland frei wählen. So vertraut Deutschland auf das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG), dass Einspeisevergütungen für Freiflächenanlagen von 31,94 Cent je Kilowattstunde vorschreibt. Die Dauer der Vergütung umfasst  nach dem EEG das Jahr der Inbetriebnahme und die folgenden 20 Kalenderjahre. Italien setzt auf das vor zwei Jahren erlassene Ministerialdekret "Nuovo Conto  Energia". Gemäß dieser Regelung werden Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als 20 Kilowatt mit bis mindestens 42,8 Cent je erzeugter Kilowattstunde vergütet. Die Förderungsdauer beträgt in Italien 20 Jahre, beginnend mit dem Tag der Inbetriebnahme. Eine fixe Vergütungskomponente von 35,3 Cent wird dabei zusätzlich zum Strompreis gezahlt, der aktuell je nach Region unterschiedlich hoch ist und in einzelnen Stunden durchaus bis zu zehn Cent je Kilowattstunde betragen kann.

Photovoltaik-Wachstum in Italien
Laut Aussagen der italienischen Regulierungsbehörde Gestore dei Servizi Energetici (GSE) betrug die Zunahme der Photovoltaik-Leistung in Italien im vergangenen Jahr 338 Megawatt. Das entspricht in etwa dem jährlichen Stromverbrauch von 95.000 Haushalten. Das amerikanische Marktforschungsunternehmen iSuppli erwartet für 2009 eine Zunahme der Photovoltaikleistung um 580 Megawatt. Darüber hinaus soll sich der Wachstumstrend auf dem italienischen Photovoltaikmarkt auch im Jahr 2010 weiter fortsetzen. Dann rechnet beispielsweise die Schweizer Privatbank Sarazin in Italien mit einem Anstieg der Solarkapazität um 732 Megawatt. Der weltweite Photovoltaik-Zubau dürfte im Jahr 2010 laut neuesten Schätzungen von iSuppli sowie auf Grundlage von Unternehmensberichten etwa vier Gigawatt betragen.
 
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