Solarenergie bleibt Wachstumsmarkt

Dynamische Marktentwicklung erlaubt fortschreitende Absenkung der Einspeisevergütung für Neuanlagen

New Energy-Fonds waren 2009 die Gewinner am Markt für geschlossene Fonds in Deutschland. Der größte Teil der Investitionen entfällt auf die Solarbranche, die sich durch staatlich garantierte Förderungen auch europaweit dynamisch entwickelt hat. Viele nationale Gesetzgeber schaffen Anreize für den in das öffentliche Netz eingespeisten (überschüssigen) Solarstrom, Italien sogar für die insgesamt produzierte Menge an Solarstrom.
New Energy-Fonds, und in diesem Segment insbesondere Solarenergie-Fonds, erfreuen sich bei Anlegern steigender Beliebtheit. Während andere Assetklassen im vergangenen Jahr teils starke Platzierungsrückgänge verbuchten, investierten Anleger in geschlossene New Energy-Fonds 40 Prozent mehr als noch 2008. Den Zahlen der jährlichen Gesamtmarktstudie der Beteiligungsmodelle des Analysehauses Feri EuroRating Services zufolge sind Solarenergie-Fonds der am schnellsten wachsende Produktbereich in diesem Segment. In den vergangenen fünf Jahren stieg ihr Anteil von 20 Prozent auf über 80 Prozent. Gegenüber 2005 haben die Initiatoren das insgesamt in Solarenergie-Fonds investierte Volumen von rund 250 Millionen Euro auf 950 Millionen Euro fast vervierfacht.

Solar-Fonds erbringen nahezu unbeeinflusst von konjunkturellen Entwicklungen stabile Erträge. Einer der wichtigsten Faktoren für die Rendite von Solaranlagen ist die Intensität der Sonneneinstrahlung. Je mehr Sonnenstrahlen auf die Solarzelle treffen, desto mehr elektrische Energie kann gewonnen und in das Stromnetz eingespeist werden. Kurzfristig mag die Strahlungsintensität aufgrund der Wetterlage zwar schwanken. Langfristig aber ist sie verhältnismäßig konstant.
Wachstum des Photovoltaik-Marktes in Europa
*2009 - 2010 prognostiziert; Quelle: Emerging Energy Research
Sonnenreiche Wachstumsmärkte auch in Südeuropa
2009 nahm Deutschland mit einem Anteil von 50 Prozent am weltweiten Photovoltaik-Zubau die Spitzenposition ein. In Europa ist Deutschland mit 67 Prozent der neu installierten Photovoltaik-Leistung führender Solarstrom-Markt. Aber auch in vielen anderen Ländern hat sich die Solarbranche dynamisch entwickelt, weil nationale Gesetzgeber mit staatlich garantierten Einspeisevergütungen die Gewinnung von Solarstrom fördern. So beträgt der Anteil von Südeuropa an der in Europa installierten Photovoltaik-Leistung bereits 25 Prozent. Emerging Energy Research, führender Researchanbieter im globalen erneuerbaren Energiemarkt, erwartet, dass sich die installierte Photovoltaik-Leistung in Südeuropa bis 2020 mehr als verfünffacht.   Wie in Deutschland wird auch in Spanien und Italien – den sonnenreichsten Regionen Europas – die Solarstromproduktion über Einspeisevergütungen gefördert. Die Modelle weisen dabei jedoch Unterschiede auf: Italien vergütet – wie auch Spanien und Deutschland – den in das öffentliche Stromnetz eingespeisten Solarstrom. Zusätzlich aber bietet das Land einen festen Anreiztarif für den insgesamt produzierten Solarstrom, auch wenn er für die eigene Versorgung genutzt wird.

Italien bietet Anlagenbetreibern Chancen am Strommarkt
Italien zahlt einen festen Vergütungssatz für den insgesamt produzierten Strom aus Photovoltaikanlagen, die größer sind als ein Kilowatt Peak – also unter Idealbedingungen mehr als 1.000 Watt Leistung bringen. Die Vergütungshöhe richtet sich nach Leistungsklassen und Installationsweisen und ist über 20 Jahre garantiert. Für neu installierte Solaranlagen können sich die Vergütungssätze ändern: So erhalten Anlagen, die 2009 in Betrieb genommen wurden, eine um zwei Prozent geringere Vergütung als Anlagen im Vorjahr. Für Anlagen, die ab 2010 in Betrieb genommen werden, wird wiederum ein zweiprozentiger Abzug vorgenommen. So beträgt die Anreizvergütung für Strom aus Freiflächenanlagen in diesem Jahr 34,6 Eurocent je Kilowattstunde gegenüber 35,3 Eurocent je Kilowattstunde im Jahr 2009.

Zusätzlich zu diesem festen Anreiztarif bekommen Photovoltaikanlagen, die größer als ein Kilowatt Peak sind, den in das öffentliche Stromnetz eingespeisten Solarstrom in Form des marktüblichen Strompreises vergütet. Anlagen unter einem Megawatt erhalten für Jahreserzeugungsmengen bis zu zwei Gigawattstunden dabei eine garantierte gestaffelte Mindestvergütung, die mit steigender eingespeister Strommenge sinkt. Diese Mindeststrompreise passt die italienische Energiebehörde AEEG jährlich an die Entwicklung des italienischen Verbraucherpreisindex an. Anlagenbetreiber können aber auch von darüber hinaus steigenden Marktpreisen für den eingespeisten Strom profitieren.

Spanien und Deutschland: Fixe Vergütungssätze für langfristig kalkulierbare Investments
Gemäß dem spanischen Pendant zum deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetz, kommen die Stromverbraucher dort für die erhöhte Stromvergütung für den durch Solaranlagen eingespeisten Strom auf. Die Einspeisevergütung wird jährlich an die allgemeine Inflationsentwicklung in Spanien angepasst. Ab dem Tag des Anschlusses der Solaranlage an das öffentliche Stromnetz wird die Vergütung jedoch ansonsten in unveränderter Höhe für 25 Jahre gewährt.

In Deutschland sinkt gemäß dem EEG die Einspeisevergütung für Solarstrom aus neu installierten Anlagen jedes Jahr um einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz. Damit will der deutsche Gesetzgeber einer Überförderung der Solarbranche entgegenwirken. Ziel ist ein jährlicher Leistungszuwachs zwischen 2.500 und 3.500 Megawatt. Jedoch betrug der Zuwachs der installierten Leistung allein im vergangenen Jahr etwa 3.800 Megawatt. Fällt der jährliche Leistungszuwachs in den kommenden Jahren einmal geringer aus und wird damit ein Marktwachstum innerhalb des Zielkorridors nicht erreicht, fällt die Senkung der Einspeisevergütung geringer aus.

Außerplanmäßige Reduktion der Förderung in Deutschland
Die zusätzlich zur regulären jährlichen Degression im Juli 2010 beschlossene Senkung der Förderung trägt den fallenden Preisen für Solaranlagen Rechnung. Jedoch trifft die außerplanmäßige Reduktion der staatlich garantierten Einspeisevergütungen nur Photovoltaikanlagen, die ab dem Juli 2010 in Betrieb genommen werden. Diese können aufgrund des technologischen Fortschritts der vergangenen Jahre und klarer baurechtlicher Regularien kostengünstiger errichtet werden und benötigen deshalb keine so hohe Förderung mehr. Für jede Kilowattstunde, die in das Stromnetz eingespeist wird, erhalten aber auch Erzeuger neuer Anlagen eine garantierte – wenn auch geringere – Vergütung. Strom aus Anlagen auf ehemaligen Ackerflächen werden künftig nicht mehr gefördert. Für alle bereits bestehenden Anlagen gilt unverändert die jeweils im Jahr der Inbetriebnahme festgesetzte Einspeisevergütung – und das für die darauffolgenden 20 Jahre.

Planmäßige Degression der Förderung in Italien
Das italienische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung hat Anfang Juli 2010 mitgeteilt, dass das neue Förderprogramm für die Solarstromproduktion und die regionalen Leitlinien für den Bau und den Betrieb von Anlagen für erneuerbare Energien angenommen worden sind. Die neuen Fördertarife werden für Neuinstallationen ab 2011 gestaffelt reduziert und sollen somit die Endverbraucher, die diese über ihre Stromrechnung finanzieren, weniger belasten. 2011 sollen die Einspeisetarife kumulativ um 18 Prozent gesenkt werden. Dabei wird in drei Zeitabschnitten (á 4 Monate) der Einspeisetarif um je 6 Prozent gesenkt. 2012 und 2013 sollen die Einspeisetarife auch um je 6 Prozent jährlich gesenkt werden. Das Ziel ist es, bis 2020 insgesamt 8000 MW an Photovoltaikanlagen zu installieren. Die nationalen Leitlinien setzen darauf, die Entwicklung im Sektor der erneuerbaren Energien zu koordinieren und einheitlich in allen italienischen Regionen behandeln zu lassen.
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